Viele Experten sehen in Mario Götze das vielleicht größte Talent, das der deutsche Fußball jemals hervorgebracht hat. Obwohl solche Prädikate sich erst im Verlauf der nächsten Jahre als wahr oder falsch erweisen können, steht schon jetzt zumindest fest, dass es selten einen größeren Hype um einen Spieler seines Alters gab. Während Experten und Journalisten sich mit Superlativen überschlagen, setzt der Spieler selbst im Wochenrhythmus neue Highlights, sowohl im DFB Trikot als auch in den Farben seines Vereins Borussia Dortmund.
Götze beim BVB: Meisterschaft und Aufstieg zum Star
Es wirkt durchaus erstaunlich, wie sehr sich die Schnelllebigkeit des Fußballgeschäfts anhand einzelner Beispiele belegen lässt.
Mario Götze ist ein solches Beispiel.
Der Aufstieg des gebürtigen Bayers kann getrost als kometenhaft bezeichnet werden. Seinen ersten Bundesliga-Einsatz absolvierte er im Alter von 17 Jahren und kann heute, etwa zwei Jahre später, bereits auf über 50 Ligaspiele zuzüglich einiger Einsätze im Europacup und auf Länderspielebene zurückblicken.
Die bislang wichtigste Saison war dabei zweifellos die vergangene Spielzeit 2010/11, in der Götze zum vielleicht bedeutendsten Leistungsträger einer ohnehin schon starken Mannschaft avancierte und damit einen wesentlichen Teil zur Meisterschaft beitrug. Das aufkeimende Interesse internationaler Top-Vereine war folglich keine Überraschung und gipfelte in dem Angebot des Spitzenclubs Arsenal London, dessen Offerte über 40 Millionen Euro jedoch geradezu beiläufig ausgeschlagen wurde – aus fachmännischer Sicht eine durchaus verständliche Reaktion.
Der Stil: schnell, effizient, torgefährlich
Die Spieler der heutigen Zeit lassen sich kaum noch auf bestimmte Positionen festlegen. Mario Götze macht da keine Ausnahme; er kommt über die Flügel oder durch die Mitte, agiert hinter den Spitzen oder stößt selbst in den Strafraum vor, schlägt Flanken von Außen oder verarbeitet diese in der Mitte. Das schnelle Dribbling gegen mehrere Verteidiger gehört im selben Maße zu seinem Spiel wie der unerwartete, millimetergenaue Pass in die Tiefe. Mario Götze ist somit ein Offensiv-Allrounder, wie er im Buche steht, was es der gegnerischen Mannschaft zusätzlich erschwert, sich auf ihn einzustellen.
Genau diese Flexibilität ist es schließlich auch, die Götze nach seiner ersten Saison als Stammkraft in den Kreis der Nationalmannschaft beförderte.
Mario Götze und der Bundesadler: die Definition der Zukunft
Auch in Bezug auf die Nationalmannschaft steht Mario Götze für eine Art Besonderheit: Trotz seiner mehr als überschaubaren Anzahl an Länderspielen gilt es als völlig unzweifelhaft, dass er bei der kommenden EM in Polen und der Ukraine zum deutschen Kader gehören wird – und auch seine Einsatzzeiten bekommen wird. Gerade angesichts der Qualität des deutschen Offensivspiels ist dieser Umstand umso bemerkenswerter; auch, dass andere hochgelobte Talente wie Marco Reus oder Andre Schürrle sich einen solchen Status erst noch erarbeiten müssen, spricht für den Stellenwert Götzes bei Bundestrainer Löw.
Zu den bislang 12 Einsätzen im DFB Trikot werden somit sicherlich noch viele dazukommen. Er macht den Angriff um bewährte Kräfte wie Klose, Özil und Podolski um eine ganze Facette reicher und hat bereits bewiesen, dass er auch von der Bank kommend direkt Druck ausüben kann – sein Traumtor im Freundschaftsspiel gegen Brasilien war dafür Beweis genug.